Mittwoch, 27. Mai 2015

"Der Name des Windes" - Patrick Rothfuss

Der Name des Windes



Preis: € 24,95
Seitenanzahl: 863
Reihe: 1. Teil einer Trilogie
Genre: High Fantasy
Verlag: Klett-Cotta
Erscheinungsdatum: Oktober (?) 2008
← ©Klett-Cotta
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In der Rahmenhandlung wird das Wirtshaus zum "Wegstein" beschrieben, das von einem stillen, unauffälligen Mann namens Kote und seinem Schüler Bast betrieben wird. Zu Beginn des Romans gibt es Aufruhr, da einer der Bewohner der Stadt von einem spinnenartigen Dämon, einem Skrael, angegriffen wird.
Ein Mann namens Devan Lochees, der nur der Chronist genannt wird, wird von Kote gerettet, als er unterwegs von Skraels angegriffen wird, und ins Wirtshaus gebracht. Dort erkennt er in Kote den berühmten Kvothe, auch "der Blutlose" oder "der Königsmörder" genannt, um den sich zahlreiche Geschichten ranken und der gemeinhin für tot gehalten wird. Kvothe willigt ein, dem Chronisten an drei Tagen seine Geschichte zu erzählen, die den Hauptteil des Buches einnimmt.

Kvothes Mutter war ein Edelfräulein, sein Vater war ein Edema Ruh, ein fahrendes Künstlervolk, dem sich auch seine Mutter anschloss, nachdem sie seinen Vater kennengelernt hatte. Daher wuchs Kvothe als Künstler auf und  außergewöhnlich gut Laute spielen und ist ein guter Schauspieler.
Als Junge lernt Kvothe den Arkanisten Abenthy, genannt Ben, kennen, der einige Jahre lang mit seiner Truppe reist und ihn in die grundlegenden Kenntnisse der Chemie, Alchemie, Medizin und vor allem der Sympathie einweist.

Die Sympathie ist in diesem Buch eine Art Magie, die auf dem Prinzip beruht, dass man durch Bindungen zwischen zwei Dingen bestimmte Vorgänge bewirken kann, beispielsweise einen Penny auf dem Tisch bewegen, indem man einen anderen Penny, der über eine Bindung mit dem ersten verbunden ist, hochhebt. Die grundlegenden Gesetze der Sympathie lauten:
1.) Ähnlichkeit verstärkt die Sympathie. Dieses Gesetz besagt, dass Bindungen umso stärker sind, je ähnlicher sich die betreffenden Dinge sind. So lassen sich zwei Pennys wesentlich besser verbinden als ein Apfel und ein Penny es tun würden.
2.) Ein Teil kann stellvertretend für das Ganze stehen, was im Grunde bedeutet, dass man beispielsweise mit einem Haar oder Blutstropfen eines Menschen eine beträchtlich stärkere Bindung aufbauen und ihn so ernsthaft verletzen oder auch ein ganzes Haus anzünden könnte, indem man nur einen Balken daraus anzündet.
3.) Energie lässt sich nicht erschaffen oder vernichten, was bedeutet, dass für jegliche Form der Sympathie die benötigte Energie nicht aus dem Nichts erschaffen werden kann. Wollte man also einen großen Gegenstand erhitzen, würde es nicht reichen, einen Teil davon über eine Kerze zu halten, man müsste es schon mit einem größeren Feuer probieren, da man ja nicht nur den kleinen Teil (der sich vielleicht leichter erhitzen ließe), sondern den ganzen Gegenstand erhitzen will.
Generell gilt: Je größer der Wirkungsgrad der Bindung ist, desto stärker ist auch die entsprechende Wirkung. Benötigt man Wärme für die Sympathie, wird als Quelle meist eine Kerze oder ein größeres Feuer genutzt, doch es ist auch möglich seine eigene Körperwärme zu verwenden, was jedoch sehr gefährlich sein kann, wenn infolge die Körpertemperatur zu stark abfällt.

Auch von der Macht der Namen erfährt Kvothe von Abenthy. Namen haben eine sehr große Macht und wer zum Beispiel den Namen des Windes kennt, kann diesen rufen und ihm Dinge Befehlen. Abenthy scheint einer der wenigen zu sein, die diesen Namen kennen, und von dieser Fähigkeit ist Kvothe besonders fasziniert.
Abenthy erzählt Kvothe auch von der Universität, an der man studiert haben muss, um Arkanist zu werden, und rät ihm, dort zu studieren, als er schließlich kurz nach Kvothes zwölften Geburtstag die Truppe verlässt, um zu heiraten und sich niederzulassen.

Anlässlich Abenthys Abschiedsfeier und Kvothes Geburtstags gibt Kvothes Vater den Anfang eines Liedes zum besten, an dem er schon lange gearbeitet und für das er viel über die Chandrian (sagenumwobene, übernatürliche Wesen, die von den meisten genau wie Dämonen für Fantasiegestalten gehalten werden) recherchiert hat. Das Lied handelt von dem berühmten Helden Lanre, der in der Schlacht starb und durch die Liebe seiner Frau wiederauferstand, dann aber böse wurde.
Nur kurze Zeit später entfernt sich Kvothe bei einer Rast für ein paar Stunden von seiner Truppe und findet diese, als er wiederkommt, ermordet und das Lager zerstört vor. Dort begegnet er Männern und Frauen, die er für die Chandrian hält, angeführt von einem Mann namens Haliax, dessen Gesicht man unter seiner Kapuze nicht erkennen kann. Einer der Chandrian, Cinder, erzählt Kvothe, seine Eltern hätten "die falschen Lieder gesungen". Jedoch scheinen die Chandrian vor etwas oder jemanden zu fliehen, bevor sie auch Kvothe umbringen können.

Im Anschluss schlägt sich Kvothe zunächst einen Sommer lang im Wald und anschließend drei Jahre in einer Stadt namens Tarbean als Straßenkind durch, wobei er sich durch Betteln und Diebstahl ernährt.
Durch Zufall hört er von dem Geschichtenerzähler Skarpi, den er bittet, die Geschichte von Lanre zu erzählen, da er wissen will, wieso seine Eltern sterben mussten und wer die Chandrian waren.
Einer alten Geschichte zufolge war Lanre ein Held, der während des sogenannten Schöpfungskrieges dabei half, Städte gegen ihre Feinde zu verteidigen. Als er in einer Schlacht schließlich selbst starb, wurde er durch die Liebe seiner Frau Lyra wieder zum Leben erweckt. Doch als Lyra schließlich starb und es Lanre weder gelangt sie wiederzubeleben noch sich umzubringen, wurde er verbittert und begann das Reich zu zerstören, für dessen Rettung er zuvor noch gekämpft hatte. Dafür lockte er sogar seinen alten Freund, den weisen Selitos, in eine Falle und zwang, ihn dabei zuzusehen, wie seine Geliebte Stadt Myr Tariniel, die er bisher immer beschützt hatte, zerstört wurde. Selitos verfluchte Lanre daraufhin, sodass dessen Gesicht von nun an immer in Schatten verborgen sein würde und er niemals seinen Frieden finden sollte. Zudem gründete Selitos die Amyr, eine Gruppe von einer Art Engel m, die es sich zur Aufgabe machten, Lanre und seine Gefolgsleute zu vernichten.
Kvothe erkennt, dass Lanre niemand anderes als Haliax ist, der Mann, dem er im Lager seiner Eltern begegnet ist. Er weiß nun, dass es die Chandrian wirklich gibt und auch Leute, die gegen sie kämpfen. Um mehr über sie herauszufinden, will er nun an die Universität, vor allem wegen deren berühmter Bibliothek.

Durch sein bereits beträchtliches Wissen und seinen scharfen Verstand wird Kvothe an der Universität aufgenommen, obwohl er erst 15 ist und die meisten frühestens mit 17 ihr Studium beginnen, und schafft es sogar, dass ihm die Studiengebühren erlassen werden und er drei Talente ausgezahlt bekommt. Im Laufe seiner Zeit an der Universität werden seine Studiengebühren jedoch zusehends höher. Sie werden pro Trimester bezahlt und ergeben sich aus den finanziellen Mitteln des Studenten (Reichen wird mehr Geld abverlangt), seinen Leistungen (je besser, desto mehr muss er zahlen) und seinem sonstigen Verhalten (Wer beispielsweise oft Seminare schwänzt, kann mit höheren Gebühren rechnen). Um auch weiterhin studieren zu können, muss Kvothe daher im Handwerkszentrum der Universität arbeiten und zudem einen Kredit bei Devi aufnehmen, einer ehemaligen Studentin, die als Absicherung das Blut derer, die einen Kredit aufnehmen wollen, in kleinen Fläschchen einsammelt und behält, bis die Schulden abbezahlt ist, was für jeden, der sich mit Sympathie auskennt, eine ausreichende Warnung ist.

An der Universität freundet Kvothe sich mit Wilem (Wil) und Simmon (Sim) an und versteht sich außerdem recht gut mit der hübschen Fela, der er bei einem Brand in Handwerkszentrum einmal das Leben rettet, und lernt Auri kennen, ein Mädchen - offenbar eine ehemalige Studentin -, das in unterirdischen Gängen unter der Universität lebt.
Doch in seinen ersten Tagen macht sich Kvothe auch sofort Feinde, indem er den ihm ohnehin nicht wohlgesonnenen Meister Hemme (Die Meister sind die "Professoren" der Universität) vor seiner ganzen Seminargruppe vorführt und sich mit Ambrose, einem arroganten und hinterlistigen Adligen, anlegt, der keine Gelegenheit auslässt, Kvothe das Leben schwer zu machen, unter anderem, indem er erreicht, dass Kvothe in der Bibliothek Hausverbot erhält. Dies ist ein schwerer Schlag für Kvothe, der hauptsächlich wegen der Bibliothek an der Universität ist und nun viel Zeit damit verbringt, einen geheimen Eingang ins Archiv zu finden, was ihm letztendlich auch gelingt.
Seine Fehde mit Ambrose bringt Kvothe auch zweimal Auspeitschungen und am Ende des Buches beinahe den Rauswurf aus der Universität ein.  Dennoch wird Kvothe durch die ihm wohlgesonnenen Meister Kilvin (Meister des Handwerks) und Elodin (Meister der Namenskunde) unterstützt und am Ende des Romans sogar zum Re'lar, dem nächsthöheren Rang eines Studenten nach E'lir, befördert.

Als Studienfächer belegt Kvothe Medizin, Handwerk und höhere Sympathie und erhält gegen Ende des Buches auch von Elodin Unterricht in Namenskunde, nachdem er bei einem Streit mit Ambrose versehentlich und unbewusst den Namen des Windes ausgesprochen hat. Elodin war mit 14 der jüngste Schüler der Universität, schon viel früher als üblich ausgebildeter Arkanist und selbst einmal Rektor der Universität, bevor er angeblich verrückt wurde und lange in der Nervenheilanstalt der Universität eingesperrt wurde. Er erscheint Kvothe ziemlich verrückt, aber dennoch mächtig, weshalb Kvothe von ihm fasziniert ist. Den Sinn von Elodins "Unterricht" bezweifelt er jedoch.

Auch die Musik spielt während Kvothes Zeit an der Universität eine wichtige Rolle für ihn. Nachdem er in Tarbean, wo ein Straßenkind namens Pike (?) die Laute seines Vaters zerstört hat, drei Jahre ohne Musik leben musste, kauft er sich in Imre, einer der Universität nahegelegenen Stadt, eine gebrauchte Laute. Mit ihr spielt er im "Eolian", einem unter Musikern und ihren Gönnern sehr geschätztes Lokal, wo er trotz Schikanen von Ambrose das begehrte Abzeichen erringt, das ihm erlaubt, in Wirtshäusern in der Gegend aufzutreten. Dort erhält er auch eine beträchtliche Summe Geld von Grad Threpe (?), einem Adligen, der einige junge Musiker fördert, und trifft Denna wieder, ein Mädchen, die er auf seinem Weg von Tarbean zur Universität kennengelernt hat.

Denna begegnet ihm im Laufe der Zeit immer öfter und obwohl Kvothe romantische Gefühle für sie hegt, bleiben beide Freunde, da Denna sich scheinbar durch verschiedene Beziehungen und Freundschaften mit reichen Männern über Wasser hält und des Öfteren einfach mal so verschwindet.  Sim und Wil sind jedoch der Meinung, dass auch Denna etwas für Kvothe empfindet. Der ältere Kvothe, der die Geschichte dem Chronisten erzählt, deutet bereits an, dass Denna eine sehr wichtige Rolle in seinem bisherigen Leben gespielt hat.

Als Kvothe eines Tages das Gerücht hört, in der Nähe einer Stadt namens Trebon sei eine Hochzeit überfallen und alle Gäste getötet worden, wittert er eine Chance, mehr über die Chandrian herauszufinden, denn ein Beobachter will blaues Feuer - eines der Anzeichen der Anwesenheit von Chandrian - gesehen haben. Am Ort des Geschehens begegnet er Denna, die von ihrem Gönner, den sie nur "Lord Esche" nennt, gebeten wurde dort aufzutreten. Kvothe erkennt, dass die Chandrian tatsächlich dort waren, da die neue Wasserpumpe aus Eisen plötzlich verrostet ist - eine weitere Folge des Besuchs der Chandrian. Durch die Befragung der Bewohner Trebons findet er auch heraus, was die Chandrian wohl dazu getrieben haben könnte, die Mauthenfarm zu überfallen und alle Anwesenden zu töten: Der Vater der Braut hatte das Haus auf einem Ort gebaut, den man für ein Hügelgrab hielt, und dabei eine Vase (?) ausgegraben, auf der Bilder der Chandrian (unter anderem Haliax) und ihre Zeichen zu sehen waren.
Außerdem begegnen Denna und Kvothe einem Dracchus, einem normalerweise friedlichen, drachenähnlichen und extrem seltenen Wesen, das Holz frisst. Dieses Exemplar jedoch hat zu viele Dennerbäume (Bäume, deren Harz als eine gefährliche Droge verwendet werden) gefressen und dreht durch, als er keinen Nachschub mehr bekommt. Kvothe tötet den Dracchus mithilfe von Sympathie, kann aber nicht verhindern, dass die Stadtbewohner, die das Tier für einen Dämon halten, ihn verbrennen.

In der Rahmenhandlung wird Kvothe von seinen Stammgästen, Cob, Jake, Carter, Shep und dem Schmiedelehrling Aaron unterbrochen. Kurz darauf kommt ein Söldner herein, der den Chronisten ein paar Tage zuvor überfallen hat, sich nun aber sehr seltsam verhält, etwas in Suaru (der Sprache der Kealden) murmelt und davon spricht, dass er etwas suche. Er greift den Chronisten an, tötet Shep und kann gerade noch von Aaron mit der Eisenstange erschlagen werden, die dieser aus Angst vor Dämonen immer bei sich trägt. Bei diesem Kampf zeigt sich auch, dass Kvothe offenbar nicht mehr fähig ist, Sympathie anzuwenden. Den Bewohnern der Stadt wird erzählt, der Söldner habe persönlichen Groll gegen den Chronisten gehegt und sei ausgerastet, Aaron jedoch glaubt, dass der Mann von einem Dämonen besessen war. Kvothe lässt ihn in dem Glauben, offenbart aber in einem Gespräch mit Bast und dem Chronisten, dass er nicht weiß, was den Fremden zu diesem Verhalten getrieben hat.
Als sich der Chronist schlafen legt, sucht Bast, der offenbar, was bereits zu Beginn des Buches angedeutet wurde, eine Fee ist, ihn in seinem Zimmer auf. Er offenbart, dass er Gerüchte gestreut hat, die den Chronisten anlocken sollten. Er hofft, dass Kvothe, der offenbar nicht mehr der alte ist, den Glauben an seine Fähigkeiten wiederfindet, wenn er über seine Taten berichtet. Er bittet den Chronisten, Kvothe bei seinen Berichten vor allem nach positiven Dingen zu fragen und sich nicht so sehr auf die negativen zu konzentrieren, da er fürchtet, dass Kvothe sonst, wie bereits vorher bei dem Versuch seine Memoiren zu schreiben, die Lust am Erzählen verlieren könnte. Als der Chronist sich weigert und sagt, er wolle die richtige Geschichte hören und erzählen, droht Bast ihm sogar. 


Zusätzliche Informationen

  • Nach der Zeitrechnung in der Königsmörder-Chronik gibt es acht (?) Monate, die aus je vier Spannen bestehen, welche wiederum aus 11 Tagen bestehen. 
  • Tehlu ist in der hier beschriebene Kultur offenbar eine Mischung aus Held und Gott. Teilweise rufen die Leute auch "Gütiger Tehlu!", so wie man bei uns "Großer Gott!" oder etwas in der Art rufen würde. 
  • In der Rahmenhandlung wütet offenbar ein Krieg, von dem noch nicht klar ist, wie er entstanden ist und aus welchen Gründen er geführt wird.

1 Kommentar:

  1. Hallo ihr Lieben :)

    Ich bin gerade zufällig über euren Blog gestolpert und mir gefällt euer Ansatz sehr gut! Auch ich kenne es nur allzu gut, dass ich mich beim zweiten Band einer Reihe oftmals frage, was eigentlich genau im ersten Teil passiert ist. Deshalb bleibe ich gerne als Leserin und werde von nun an öfter bei euch vorbeistöbern :)

    Liebe Grüße,
    Lisa von Prettytigers Bücherregal

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