Donnerstag, 14. Mai 2015

"Dancing Jax - Auftakt" - Robin Jarvis

Dancing Jax 1



Preis: € 9,95
Seitenanzahl: 544
Reihe: 1. Teil einer Trilogie
Genre: Urban Fantasy, Thriller
Verlag: script5
Erscheinungsdatum: September 2012
← ©script5
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Das Buch beginnt mit der Szene, in der Draufgänger Jezza mit seiner Bande in ein altes, alleinstehendes Herrenhaus einbricht um es auszurauben. Doch irgendwas scheint nicht zu stimmen: Es gibt ein seltsames Gewächshaus mit mysteriösen Pflanzen und der Schimmel überall im Haus scheint lebendig zu sein. Weil die anderen überzeugt sind, dass im ersten Stock etwas Böses lauert, will Jezza ihnen etwas beweisen und fasst die schimmlige Wand an. Der Pilz scheint ihn zu befallen, was die anderen jedoch nicht bemerken, und Jezza ist seitdem völlig verändert. Im Keller finden die Freunde einige Kisten voll mit demselben alten, unberührten Kinderbuch - "Dancing Jacks" -, das Jezza an die Öffentlichkeit bringen will.

Martin Baxter, die Hauptperson des Buches, ist ein etwas verbitterter Mathelehrer, der von den Schülern heutzutage nicht viel hält. Als der Sohn seiner Lebensgefährtin eine SMS bekommt, in der alle Kinder und Jugendlichen der winzigen englischen Küstenstadt zu einem riesigen Event eingeladen werden, begleitet Martin Paul dort hin. Doch als tausende Leute am Veranstaltungsort versammelt sind und nichts passiert, wird der Menschenmob unruhig und wütend. Schlägereien werden begonnen, es gewittert und brennt und ein Auto rast in die Menge. Die SMS hat sich anders bewahrheitet als gedacht: Der "Flash-mob" war tatsächlich ein "Knaller" gewesen und machte Schlagzeilen. Es gab genauso viele Todesopfer wie Smileys in der SMS (42), viele davon noch Schüler oder Absolventen von Martins Schule.

Aber das Event war nur eine Ablenkung für das eigentlich wichtige Geschehen. Am Hafen vollzieht Jezza ein Ritual, um einen dämonischen Pakt zu besiegeln. Er will nun mit "Ismus" angesprochen werden, wie der Herrscher im mittelalterlichen Kinderbuch "Dancing Jacks", und scheint übernatürliche Kräfte zu entwickeln. Nachdem er seiner Bande daraus vorgelesen hat, wirken sie wie hypnotisiert, weigern sich ihre Identität anzuerkennen und halten sich nun für eine Figur aus Dancing Jacks. Einzig Shiela scheint das Buch nicht zu wollen. Irritiert durch das anhaltende seltsame Verhalten ihrer ehemaligen Freunde, versucht sie verzweifelt ihren alten Mathelehrer Martin Baxter vor dem Einfluss des Buches zu warnen, als dessen Sohn Paul auf einem Flohmarkt ein Exemplar vom Ismus geschenkt bekommt. Aber als Martin in die Geschichte reinliest und daran nichts Bedrohliches oder auch nur Interessantes finden kann (wie sich später herausstellt ist er ein Abtrünniger, jemand, der durch das Buch nicht beeinflusst werden kann), tut er Shielas Warnungen als zugedröhnten Nonsens ab.

Doch durch den Flohmarktstand des Ismus sind einige Exemplare von Dancing Jacks unter die Bevölkerung gekommen und der Befall breitet sich aus wie ein Lauffeuer. Sobald man Dancing Jacks liest oder daraus vorgelesen bekommt, nimmt man eine Rolle aus der Geschichte an und wird süchtig nach der fiktiven, farbenfrohen Welt. (Das wirkt sich zB dadurch aus, dass sie ihr reales Leben als Traum ansehen, als Überbrückung, bis sie wieder in Mooncaster sein können. Sie ziehen sich anders an, sprechen anders, und fühlen sich ihrer Familie nicht mehr zugehörig. Von ihrem alten Ich reden sie als "der Junge Paul", "das Mädchen Sandra" etc.) Nach wenigen Tagen ist nicht nur die ganze Schule samt Lehrer, sondern auch der Großteil von Felixtowe besessen. Wer das Buch nicht lesen möchte, wird gewaltsam mit der Minchet-Frucht missioniert. So werden auch einige Journalisten, die wegen dem Flashmob-Unglück berichten, zu Rollen in Dancing Jacks.

Der elfjährige Paul begreift das Böse im Buch schon lange vor Martin. Sein eigenes Exemplar verbrennt er, wodurch eine blaue Stichflamme entsteht und eine Art Dämon in den Himmel fährt. Aber der rationale Martin ist erst bereit, diese verrückte Geschichte zu glauben, als Paul in der Schule gezwungenermaßen zum Karobuben wird.

Gerald, Pauls Klavierlehrer, erzählt Martin von Austerly Fellows, dem Autor von Dancing Jacks. (Als Martin zuvor nach Austerly Fellows gegooglet hatte, tauchte überall am Bildschirm Schimmel auf und der PC wurde unbrauchbar.) Austerly wohnte vor einigen Generationen mit seinem Stiefvater, seinen Stiefgeschwistern und seiner Mutter in dem Herrenhaus vom ersten Kapitel. Austerly war immer schon ein seltsames, finsteres Kind gewesen, das Spaß daran hatte, Tiere zu quälen. Bevor seine Mutter geheiratet hat, musste das uneheliche Kind die ersten Lebensjahre in einem grausamen Waisenhaus verbringen, in dem mit Säuglingen umgegangen wurde wie mit Ratten. Austerly verachtete das verhasste spätere Kindermädchen, das den Kindern der Fellows gewaltsam ein gottesfürchtiges Leben eintrichtern wollte, so sehr, dass er sich auf dunkle Mächte einließ und sie so in den Wahnsinn und in den Selbstmord trieb. Einer späteren Haushälterin erzählte Austerlys Mutter während eines Zusammenbruchs, dass dieses Monster, das ihr das Waisenhaus gegeben hatte, nicht ihr Sohn war. Ihr Kind hatte ein Geburtsmal gehabt, das Austerly nicht hatte.
In seinem weiteren Leben bereiste der Teufelsanbeter viele Länder und kehrte schließlich in sein Elternhaus zurück, wo er jahrelang Dancing Jacks schrieb. "Richtig" gestorben ist er nie, er wurde lediglich nach einer angeblichen Teufelsbeschwörung nie wieder gesehen.

Bei einem Gespräch von Martin und dem Ismus (der Austerly ist) wird klar, dass der Ismus die ganze Welt beherrschen will, weil er sie für verkommen hält. Deshalb hat er auch so lange gewartet, da er fand, 1936 war die Welt noch nicht bereit für sein Buch. Er möchte die Menschen bekehren und der Welt von Mooncaster unterwerfen, gleichzeitig aber auch fiktive Monster wie den Wächter Mauger in die Realität holen.

Um den ausgerissenen Paul zu retten, der gerade "bei Hofe" weilt, braucht Martin Shielas Hilfe, die inzwischen zu Lady Labella geworden ist. Durch eine mathematische Formel, die seine Schülerin früher besonders gerne hatte, gelingt es Martin jedoch, die echte Shiela zurückzuholen. Es gibt also ein "Heilmittel" für Dancing Jacks. Während Shiela vom Ismus verbrannt wird, schafft Martin es mit dem sich sträubenden Karobuben aus dem Hof raus, wird jedoch von seiner Frau Carol überrascht, die die Minchet-Frucht gegessen hat um bei ihrem Sohn zu sein. Auch Martins Freund und früherer Chef Barry Milligan ist zum berühmten Jockey geworden. Das Buch endet damit, dass Martin seinen Kampf gegen Dancing Jacks aufgeben will, aber Gerald dringlich meint, die Welt müsse gewarnt werden. Am Hof hatte der Ismus nämlich gerade dem Vertreter eines großen Verlages sein Buch und seine "inspirierende Wirkung" auf die Leute gezeigt, der absolut begeistert war.

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